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Das VALSANA Hotel – Ein Benchmark und seine Macher

Das Valsana Hotel der Tschuggen Hotel Group ist inzwischen ein Schweizer Benchmark in der Hotelbranche. Der Weg dorthin braucht nicht nur eine langfristige Strategie, es braucht vor allem auch die richtigen Menschen dazu. Stephanie und Michael Lehnort haben sich dem Thema Nachhaltigkeit im Valsana Schritt für Schritt genähert und gehen diesen Weg bis heute konsequent.

Ein Besuch zu Pandemie-Zeiten

Es ist Mitte Juni 2021. 

Die Covid-19-Pandemie bestimmt unser Leben. Als ich vor der Rezeption aus dem Aufzug steige, habe ich noch nicht einmal einen Schritt gemacht, als ich bereits von einem gross gewachsenen Mann mit einem „Bitte Maske aufsetzen!“ ermahnt werde. Es ist Michael Lehnort, der Hoteldirektor. Wir hatten uns auf einem GSTC-Online-Kurs kennengelernt, an dem er mit seiner Frau Stephanie teilnahm. Zusammen leiten sie das Valsana Hotel in Arosa, Graubünden. Sie haben es im Laufe der letzten Jahre zu einem Benchmark für die nachhaltige Hotellerie gemacht. Die Initialzündung für diese Ausrichtung kam vom Miteigentümer der Tschuggen-Group, zu der das Valsana gehört, Götz Bechtolsheimer. 

MOVING MOUNTAINS - Programm

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt. So war es auch im Valsana und der Tschuggen-Group, als sie sich auf die Nachhaltigkeits-Reise begeben haben. Ihr Ursprung dieses neuen Weges war das zuvor intern neu entwickelte Lifestyle-Programm, das Nachhaltigkeit im Kern trägt: «Moving Mountains». „Inspiriert von der Geschichte und der Schönheit der Berge, welche unsere Häuser umgeben, haben wir von der Tschuggen Hotel Group ein ganzheitliches Programm erschaffen, um Ihre Vitalität zu fördern, die Natur wieder neu zu erleben sowie Freude und Spass zu zelebrieren“, heisst es auf der Website. Das Programm beinhaltet 5 Säulen: MOVE – PLAY – NOURISH – REST – GIVE. Sie sind das Fundament, das alles verbindet, was immer schon zusammen gehören sollte: Bewegung, Freude, Ernährung, Entspannung und Zurückgeben. Mit der Rückbesinnung auf die Natur und den Körper kam der Schritt zu mehr Nachhaltigkeit im gesamten Hotelablauf. Es bot sich eine grossartige Chance für den anstehenden Neubau des Valsana. Um das Moving-Mountains-Programm noch besser verstehen zu können, muss man jedoch wissen, an welchem Standort sich das Hotel befindet.

Moving Mountain – Programm der Tschuggen-Group (Foto: Valsana Website)

Arosa erreichen

Arosa liegt auf einem Hochplateau im Alpental Schanfigg im Schweizer Kanton Graubünden. Es ist über eine nicht besonders breite Strasse und über 200 Kurven erreichbar. Diese fordert einem gute Nerven und einen stabilen Magen ab. Wer es lieber auf eine sanftere, nachhaltigere und gleichzeitig romantische Art und Weise erreichen möchte, sollte besser den Zug wählen. Die Aroserlinie der Rhätischen Bahn schlängelt sich seit 1914 von Chur, der Kantonshauptstadt, aus das Tal hinauf. Dabei hält es an urig-historischen, malerischen Bahnhöfen. Hier wird die Anreise schon zum Erlebnis. Schliesslich erreicht man Arosa auf 1’775 müM. Ein Dorf mit drei Seen, umrundet von Gipfeln, die teilweise im Sommer noch Schneehauben tragen. Schon beim Bahnhofsausgang kann man das Valsana Hotel erkennen. Es zeigt sich auf der gegenüberliegenden Seite des Obersees und ist bequem über die Seepromenade in ein paar Minuten zu Fuss erreichbar. 

Bahnhof auf Aroserlinie

Rhätische Bahn auf Aroserlinie

Arosa, Obersee 

Der Neubau

Das Valsana präsentiert sich als zeitgenössischer Baukomplex, bestehend aus einem Sockelgeschoss mit drei darüber positionierten übergrossen Chalet. Im ersten Moment fällt vor allem die wabenförmige Holzstruktur ins Auge, die gleich einem Netz jedes der drei Chalet vertikal und horizontal umgarnt. Das Sockelgeschoss wurde aus grauen Natursteinen erstellt, die an die bergige Umgebung anknüpfen. Es beinhaltet verschiedene Nutzungen, u.a. einen Coop Supermarkt und ein Medizinzentrum. In den sechsgeschossigen Chalet sind das Hotel und Appartements integriert. Das Ensemble öffnet sich zum Dorf und den gegenüberliegenden Gipfeln, so dass sich dem Gast ein grossartiges Panorama eröffnet. Einziger Wermutstropfen ist die vis-à-vis liegende Eishalle mit einem Dachtragwerk, das ganz Arosa dominiert. Doch einmal in den Genuss des Hotels gekommen, spielt dies schnell keine Rolle mehr. 

Valsana Hotel, Arosa (Foto: Valsana)

Zimmerbalkon Valsana

Ein konsequentes Konzept

Im Innern zeigt sich sofort die vielfältige und umweltbewusste Qualität. Stephanie ist so freundlich und gibt mir eine Führung durchs Haus. Sie erzählt, dass hier einst ein Altbau stand, der baufällig war. Dennoch konnten sie einen Teil des alten Holzes in der Innengestaltung wiederverwenden. Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass das erste Hotel Valsana bereits 1901 in Arosa als Sporthotel eröffnet wurde. Einst stand am gleichen Platz ein Prachtbau der Jahrhundertwende, der heute ein wahres Juwel wäre. Doch es gab eine Zeit, da mussten viele solcher historischen Gebäude schlichteren Flachdachbauten weichen. So auch hier. Jedoch wäre sonst ein Neubau mit hochmoderner Technologie, der 2019 die Tschuggen Hotel Group in den klimaneutralen Himmel gehoben hat, nicht möglich gewesen. 

Zimmer im Valsana (Foto: Valsana)

Nachhaltigkeit hat viele Gesichter

Wie viele Gesichter Nachhaltigkeit im Valsana hat, zeigt sich im hauseigenen „Nachhaltigkeits-Raum“ mit Hinweistafeln zum Thema. Die herausragendste Rolle in diesem Konzepts spielt hier der ressourcenschonende Eisspeicher. Eine Technologie für das Heizen im Winter, inklusive Wellnessbereich, und Kühlen im Sommer des Hauses. Wer sich für die innovative Technik interessiert, findet auf der Homepage detaillierte Erläuterungen. Dieser unterirdische Pool ist zwar ein Kernelement der nachhaltigen Strategie. Die Rechtfertigung des Green-Globe-Labels findet sich jedoch in allen Bereichen des Hotels. Ob es sich nun um das Abfall-Management, Details im Housekeeping, Strom- und Papiersparmöglichkeiten oder Food-Waste, der „grössten Herausforderung“, sagt Stephanie, handelt. Nachhaltigkeit und verantwortliches Handeln hat viele Gesichter. Hierzu zählen auch Kooperationen mit lokalen Anbietern, wie zum Beispiel den Bergbahnen. Oder auch der Einsatz für Klimaschutzprojekte in der Schweiz und in Entwicklunsländern, für die sich das Hotel engagiert.

Eisspeicher im Valsana

Vom Valsana zur gesamten Tschuggen-Group

Es ist Januar 2022. 

Ein Besuch im Winter lässt Arosa mit „Zuckerguss“ erscheinen und auf den Pisten tummeln sich die aktiven Touristen. Auch wenn die Pandemie und auch die Maskenpflicht immer noch nicht Geschichte sind, so lassen sich die Besucher ihren Winterspass nicht verderben. Auch im Valsana trübt Corona den Genuss nicht. Der Eisspeicher sorgt für Wärme und das freundliche Personal für Behaglichkeit. Am offenen Kamin einen Tee mit dem Direktorenpaar Lehnort trinken ist jedoch nicht mehr möglich. Sie haben sich bereits im vergangenen Jahr auf ein neues Projekt gestürzt: Das Carlton Hotel in St. Moritz, Graubünden, ein weiteres Haus aus der Tschuggen-Group. Doch dem ist noch nicht genug. Einmal auf dem Weg zur Nachhaltigkeit gestartet, geht ihn die Tschuggen-Group konsequent. Jetzt werden alle ihre Hotels einer umfassenden „Nachhaltigkeits-Kur“ unterzogen – unter der Leitung von Stephanie, die diese Aufgabe zusätzlich übernommen hat. 

Top of Arosa

Ein Weg, der nie endet

Stephanie und Michael Lehnort starteten ihrem Weg zur Nachhaltigkeit mit der Checkliste des Green-Globe-Labels. Seitdem haben sie sich Schritt für Schritt ihrem Ziel der Zertifizierung genähert. Das erste Ziel ist vielleicht erreicht, der Weg aber noch nicht zu Ende. Er wird vielleicht nie enden. Es gibt immer Optimierungspotential. Was jedoch inzwischen zum Glück geendet hat, sind die strikten Massnahmen aufgrund Covid-19. Jetzt wird man auch gerne ohne Maske im Valsana begrüsst. 

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